Reisen in das Land der Kriege.
Erlebnisse eines Fremden in Jugoslawien


Rezension in "comtaktnet"; 14. März 2003

Ein Buch von Kurt Köpruner

Von Karin Gottlieb

”Eine politisch aufgeladene Reisereportage. Gerade in Zeiten, in denen Frieden klingt, wie ein Begriff aus einer untergegangenen Welt, hilft das Buch Kriegspropaganda von Berichterstattung zu unterscheiden,” so die Financial Times Deutschland.
Erlebnisse eines Fremden in Jugoslawien

Das Buch behandelt die jüngsten Kriege am Balkan aus der Sicht eines Nicht-Balkan-Experten – Kurt Köpruner ist Kaufmann –, der auf seinen zahllosen Privat- und Geschäftsreisen im Kriegsgebiet feststellen mußte, dass unsere Medien und Politiker all die Jahre extrem manipulierten und selbst nicht unschuldig an dem Ausbruch des Hasses zwischen Menschen unterschiedlicher Ethnien waren, die jahrzehntelang zuvor friedlich zusammenlebten. Kurt Köpruner leitete eine Firma im Bereich der internationalen Beschaffung von Maschinenbauteilen. Diese Tätigkeit führte ihn seit 1990 häufig in verschiedene Regionen des früheren Jugoslawiens. Vielfältige geschäftliche und private Kontakte ließen ihn den Zerfall Jugoslawiens intensiv miterleben und insbesondere die große Diskrepanz zwischen dem, was er selbst an Ort und Stelle erlebte, und dem, wie in Deutschland und Österreich darüber berichtet und Politik gemacht wurde, veranlasste ihn schließlich, seine Eindrücke niederzuschreiben. Die frühe persönliche Erfahrung Köpruners, «alles zu hinterfragen, was mir, von wem auch immer, an Interpretationen aufgedrängt wurde», sollte sich jeder zu eigen machen, der sich ein wirklichkeitsgetreues Bild von diesem Konflikt verschaffen möchte. Kurt Köpruner machte sich ein Bild der jüngsten Balkangeschichte durch Zeugengespräche an Ort und Stelle und widerlegte viele voreingenommene Berichte deutscher Medien, nach denen nur die Serben Täter waren.

Junge Welt: ”Es gibt wahrscheinlich nur wenige politische Bücher, die hochkomplexe Zusammenhänge und Hintergründe auf derart anschauliche Art zu zeichnen in der Lage sind, dass man sie nicht weglegen mag, sondern gespannt ist auf die nächste Seite, das nächste Kapitel, bis zum Ende.”

http://www.comtact.net/2003/koeprunerbuch.htm