Empfehlung
in "LISA"
Linke Sozialistische Arbeitsgemeinschaft der Frauen in der PDS
FÜR AIDA, ERGINA, ADRIANA UND
CICA
stellvertretend für alle Opfer
der Kriege am Balkan
Von Dr. Eleonora Pfeifer, 19.09.02
Keiner von uns konnte sich vorstellen, dass wenige Jahre nach
dem Ende des Kalten Krieges der heiße Krieg wieder salonfähig
wird. Die Aggressionsdrohung des US-amerikanischen Präsidenten
Bush gegenüber dem Irak stellt das nach 1945 geschriebene
Völkerrecht zur Disposition. Das Verbot der Androhung oder
Anwendung von Gewalt in den internationalen Beziehungen zwischen
Staaten war eine der wichtigsten Lehren aus dem Zweiten Weltkrieg
(Art. 2 der UN-Charta).
Es ist entsetzlich, dass das Gros der Medien und viele PolitikerInnen
den Ernst der Lage verkennen.
Deshalb müssen wir FriedensanhängerInnen die Zivilisation
hoch halten, ihrem Verfall Einhalt gebieten. Tiefe Einsichten
dafür, neue Kraft dafür können wir aus dem bemerkenswerten
Buch von Kurt Köpruner »Reisen in das Land der Kriege.
Erlebnisse eines Fremden in Jugoslawien« gewinnen.
David Binder, »New York Times«, schrieb dazu folgendes:
»Kurt Köpruners Reisebericht liest sich wie ein tiefes,
faszinierendes und langes Gespräch in einem Kaffeehaus auf
dem Balkan; ein Gespräch mit einem freundlichen Fremden,
der keine Mühe scheute, alles über seine Umgebung zu
erfahren. Seine Augen und Ohren sind weit offen, wie auch sein
Verstand und sein Herz. Das macht ihn zu einem wunderbaren Führer
durch die Täler der Wahrheit und Berge der Lüge auf
einer quälenden Reise durch die vier jugoslawischen Kriege
der neunziger Jahre. Konsequenterweise hat er sein Werk »stellvertretend
für alle Opfer der Kriege am Balkan« vier Frauen gewidmet,
einer Kroatin, einer Bosnierin, einer Albanerin und einer Serbin,
die ihm geholfen haben, die vielen Facetten der jugoslawischen
Tragödie zu verstehen.«
Und der österreichische Schriftsteller Peter Handke schrieb
an den Autoren:
»Ich kann ja nicht behaupten, froh zu sein über Ihr
Buch, - dazu sind Ihre Darstellungen zu aufreibend -, aber ich
halte viel davon. Ich muss mich oft mit Gewalt dem Lesen aussetzen.
Aber dann gehe ich Seite für Seite mit und teile mit Ihnen
Zorn und Klarheit. Und nach ein paar Seiten muss ich dann wieder
aufhören, so stark werden Zorn, Fassungslosigkeit und Mitdenken.«
Quelle: http://www.lisa-frauen.de/aktuelles/aktuelles_seiten/fuer_aida.htm