Reisen in das Land der Kriege.
Erlebnisse eines Fremden in Jugoslawien


Buchtip in NOVO, Heft 55/56, November 2001

Von Thomas Deichmann

Reisen in das Land der Kriege ist ein fesselndes und bedenklich stimmendes Buch des österreichischen Unternehmers Kurt Köpruner. Überwiegend aus beruflichen Gründen bereiste er seit 1990 häufig das zerfallende Jugoslawien. Er schildert seine Erlebnisse und die Gespräche mit Kontakten vor Ort sowie seine mit jeder Reise wachsende Verärgerung über und den schwindenden Respekt vor Politik und Medien zu Hause. Köpruners Blick auf den Balkan unterscheidet sich kolossal von den "amtlichen Darstellungen" der Kriege und der alles penetrierenden Schwarz-Weiß-Malerei. Seine Wertungen untermauert er mit Fakten und (zum Teil streitbaren) Analysen zum Kriegsgeschehen. Der österreichisch Schriftsteller Peter Handke, dessen Reisebericht Gerechtigkeit für Serbien 1996 für helle Aufregung in den Feuilletons sorgte, mag Köpruner inspiriert haben. Handke schrieb ihm jetzt, er teile mit ihm "Zorn und Klarheit" und er wünschte ihm "noch und noch gute, d. h. vernünftige, nachdenkliche Leser" Dem schließen wir uns an.