Rezension in "VN- Heimat",
12. Dezember 2001
Köpruner schrieb faszinierendes
Buch über den Jugoslawien-Krieg
Von Ferdl Tschabrun
Kurt Köpruner erntete für sein Buch "Reisen in
das Land der Kriege" sowohl Aufsehen in den Medien als auch
beste Kritiken bei Experten. Am 14. Dezember stellt sich der in
Bregenz geborene ehemalige Landessekretär des ÖGB im
Theater am Saumarkt in Feldkirch um 20.15 Uhr der Diskussion.
Köpruners Schilderung persönlicher Erlebnisse im zerfallenden
Jugoslawien, seine Einschätzung vor allem der deutschen und
österreichischen Politik und seine Beurteilung der Rolle
der Medien in diesem Konflikt sind nicht nur äußerst
informativ, sondern auch sehr spannend.
Rezensenten - von bürgerlich konservativ bis ganz links -
reagieren begeistert darüber, was Kurt Köpruner in seinem
Buch über die Hintergründe des Balkandramas ans Tageslicht
zerrt.
Seit 1990 ist der Repräsentant einer deutschen Maschinenbauagentur
sowohl beruflich als auch privat viel im ehemaligen Jugoslawien
unterwegs. Er ließ sich von Geschäftspartnern, Freunden,
Zufallsbekanntschaften, aber auch von Experten wie dem serbischen
Schriftsteller Aleksandar Tisma, ihre Versionen der Tragödie
auf dem Balkan erzählen.
Je mehr er das Land kennen lernte, desto mehr kamen ihm Zweifel
an der medialen Darstellung des Krieges. "Wir wurden gnadenlos
belogen", so das bittere Resümee des "Balkanreisenden".
Gerade die deutschen und österreichischen Medien machten
schon früh die Serben als eindeutig Schuldige am Zerfall
des Vielvölkerstaates Jugoslawien aus. Köpruner legt
unter diesem einfachen Bild ein wesentlich komplexeres frei. Er
erzählt von den Serben als Opfer der "dalmatinischen
Kristallnacht", vom Mythos des multikulturellen Bosnien und
von seinem Weg in "Das neue Reich des Bösen".