"Racak" – Eine
politische Interpretation
Anhand einer Veröffentlichung
aus der Zeitung "Vesti" vom Januar 2002 ( "Vesti"
vom 21. und 22.01.2002, Autor Milovan Drecun) und aus anderen
Quellen werden die Ereignisse von Racak beschrieben.
Der kleine Ort Racak, 250 bis 300 Häuser, befindet sich am
Fuße des Berges Jezerska planina, auf der linken Seite des
Verkehrsweges Pristina-Suva Reka-Prizren.
Am 15.Januar 1999 riegelten die Polizei und die Armee Racak ab.
An diesem Tag hielten sich im Ort nur wenige ältere Menschen
und etwa 126 UCK-Kämpfer auf. Zivilisten befanden sich nicht
im Dorf. Die Familie Mujota, bestehend aus dem Vater, zwei Söhnen
und einer Tochter, die den Tod von 6 Polizisten zu verantworten
hatte, waren auch in Racak stationierte UCK-Kämpfer.
Die Polizeiaktion sah vor, eine Polizeieinheit sollte das Dörfchen
umgehen und sich ihm von der Bergseite her nähern. Diese
Polizisten machten sich um Mitternacht vom 14. zum 15. Januar
auf den Weg. Die Einheit bestand aus 4 kleineren Gruppen. Nach
4 Stunden Nachtmarsch und 5 km standen sie oberhalb Racaks. Dort
entdeckten sie leere Schützengräben, die sie dann besetzten.
Anschließend sahen sie zwei UCK-Kämpfer, die offensichtlich
Wache hielten. Den Polizisten gelang es, die beiden zu überwältigen.
In der Morgendämmerung setzte sich eine zweite Polizeieinheit,
die unterhalb des Dorfes an dem Verkehrsweg wartete, in Marsch.
Die Aktion war für 8.00 Uhr angesetzt und bei der OSZE-Mission
angemeldet. Die UCK-Kämpfer in schwarzen Uniformen schlugen
Alarm. Mit Gewehren in den Händen, rannten sie in Richtung
Schützengräben. Sie ahnten offensichtlich nicht, daß
dort auf sie die Polizisten warteten. Die Polizisten eröffneten
das Feuer. Es waren etwa 100 UCK-Kämpfer, von denen einige
fielen. Als sich die Polizisten aus der Richtung unterhalb des
Ortes näherten, versuchten die UCK-Kämpfer einen Durchbruch.
Sie schossen, liefen, lagen auf dem Boden und rannten. Ein Durchbruch
gelang ihnen aber nicht, dabei kamen viele um. Eine junge Frau
in Kampfuniform kam auch ums Leben. Die toten UCK-Kämpfer
lagen verstreut in einem Gebiet von etwa 2 km. Nur wenige von
ihnen schafften es, das Kampfgebiet lebend zu verlassen. Gegen
15.30 Uhr standen die Waffen still. Ein Teil der Waffen der UCK
wurden eingesammelt.
Die Polizisten von der Einheit oberhalb des Ortes verließen
Racak. Die zweite Einheit, die von unten kam und in der Morgendämmmerung
einmarschierte, blieb. Inmitten dieser Ereignisse kamen die Journalisten
und OSZE-Beobachter. Eine KVM-Patroullie und zwei Reporter hatten
keine 23 Toten in einem Graben gesehen.
In einem Haus in Racak fanden die Polizisten eine Liste mit den
Namen der 126 Kämpfer. Darunter 4 mit englischem oder amerikanischen
Namen. Waren sie die ausländischen Instrukteure?
Als dann die Polizisten, die im Dorf geblieben waren, die Schützengräben
besetzen wollten, stießen sie auf UCK-Kämpfer, die
aus Budakovo und anderen Dörfern gekommen waren. Die Polizei
mußte darauf hin den Ort verlassen und marschierte nach
Urosevac.
Dann begann die große politische Interpretation, die ein
Massaker an Zivilisten stützen sollte. Die UCK sammelte die
toten UCK-Kämpfer ein, kleidete sie um. Einige transportierten
sie nach Budakovo ab. Die toten Kämpfer sollten die toten
Zivilisten darstellen.
Am nächsten Tag kam aus Washington stammend, der Leiter der
Beobachter der KVM, Walker, ins Dorf. Günter Joetze (Der
letzte Krieg in Europa?) sieht in Walker " einen Leiter,
der nicht auf die Vereinte Nationen, Tradition der Zurückhaltung
verpflichtet war und auch nicht willensstark genug für eine
unabhängige Linie war. Die Institutionen der OSZE gaben ihm
keine Stütze gegen Einflüsse aus dem State Department."
Vor laufenden Fernsehkameras warf Walker den serbischen Sicherheitskräften
vor, "ein Massaker" verübt zu haben.
Am darauffolgenden Tag kehrte die serbische Polizei nach Racak
zurück. Auf dem selben Weg erreichte sie die Schützengräben.
Es kam wieder zu einem Waffenkampf. Die UCK-Kämpfer mußten
sich zurückziehen und Racak verlassen. Die Toten blieben
zurück. Nach Racak kam ein Team vom Juristen, das von der
Polizei bestellt wurde und in Stimlje gewartet hatte. Die UCK-Kämpfer
kamen jedoch zurück und griffen erneut an. Den Polizisten
gelang der Gegenangriff. Das Juristenteam konnte die Toten endlich
untersuchen. Man hatte gesehen, daß die Leichen keine Kampfuniformen
anhatten, daß an der Kleidung kein Blut klebte und auch
keine Einschußlöcher an der Kleidung zu finden waren.
Einem Toten war der Kopf abgetrennt worden. Von Racak brachte
die Polizei die Toten nach Pristina in das Leichenhaus. Dort wurden
sie von den serbischen und weißrussischen Pathologen untersucht.
Das Untersuchungsergebnis ergab, daß die Toten im Kampf
getötet wurden, daß die Wunden von Schüssen aus
großer Entfernung stammten, daß sie Schmauchspuren
an den Händen hatten und daß sie nachträglich
in zivile Kleider gesteckt wurden. Aus ihren Berichten ging außerdem
hervor, daß die Toten in Racak verstreut gelegen
hatten
und erst später in die Grube zusammengelegt worden waren,
damit der Eindruck einer Massenhinrichtung entstehen würde.
Der jüngste Autor eines sehr interessanten Buches über
Jugoslawien nannte Racak-Ereignisse einfach "Massakerpolitik".
Dieser Autor ,Kurt Köpruner; stellt in seinem Buch "Reisen"
Fragen über Fragen. Eine seiner Fragen lautet: "Wäre
es zynisch, hinter dieser von Massakern geleiteten Politik ein
System zu vermuten.(...) Jeder, der die Ereignisse mit verfolgt
hat, weiß, das die entscheidende Verhärtung der westlichen
Politik maßgeblich mit "Racak" begründet
wurde. (...) Wie auch immer, das Massaker von Racak passte jedenfalls
genau zu der von Ludger Volmer durchschauten UCK-Strategie, nämlich
"Fernsehbilder zu provozieren, die vermittelt über die
Empörung in der Bevölkerung der westlichen Welt die
NATO zum Eingreifen auf kosovarischer Seite verleiten sollten."
J.Elsässer, der sich mit der Racakpolitik beschäftigt
hat, zitierte in seinem Buch "Kriegsverbrechen" die
Zeitungen "Berliner Zeitung" und "Le Monde".
Wegen der großen Bedeutung der Zitate werden sie in diesem
Artikel wiedergegeben. "Berliner Zeitung" vom 13.März
1999: "Hochrangigen europäischen OSZE-Vertretern liegen...
Erkenntnisse vor, wonach die Mitte Januar im Kosovo-Dorf Racak
gefundenen 45 Albaner nicht einem serbischen Massaker an Zivilisten
zum Opfer fielen. Intern, so heißt es bei der OSZE, gehe
man längst von einer >Inszenierung durch die albanische
Seite< aus. Zu diesem Ergebnis sei man auf der Basis der im
Meldezentrum der Kosovo-Mission ausliegenden Daten gelangt, also
unabhängig von der noch ausstehenden Expertise der finnischen
Gerichtsmediziner. So seien >die meisten der Toten aus einem
weiten Umkreis um Racak zusammengeholt und am späteren Fundort
abgelegt< worden."
"Es war ein wilder Kampf. Wir hatten viele Opfer zu beklagen",
so der UCK-Chef Thaci.("Berliner Zeitung" vom 5.April
1999)
"Le Monde" vom 21.Januar 2000: "Wie hätte
die serbische Polizei die Gruppe von Männern sammeln und
ruhig zum Exekutionsplatz führen können, während
sie ununterbrochen unter UCK-Feuer lag. Wieso konnte der am Rande
von Racak gelegene Straßengraben der Aufmerksamkeit mit
der Umgebung vertrauten Einwohner (am Vortag) entgehen, die vor
Einbruch der Nacht wieder in ihrem Dorf waren? Oder den OSZE-Beobachtern,
die sich mehr als zwei Stunden in dem Ort aufhielten?Warum so
wenig Patronen rund um die Leichen, so wenig Blut in jener Senke,
wo doch angeblich 23Menschen aus nächster Nähe mit mehreren
Kopfschüssen getötet worden seien sollen? Waren nicht
eher die Körper der in den Kämpfen mit der Polizei getöteten
Albaner in den Graben zusammengetragen worden, um ein Horro-Szenario
zu schaffen, das mit Sicherheit einen entsetzlichen Effekt auf
die öffentliche Meinung haben würde?"
Im Auftrag der EU waren auch die finnischen Ärzte an den
medizinischen Untersuchungen tätig. Mittlerweile, nach über
einem Jahr, gibt es Kopien aller 40 Einzelautopsie-Protokolle
der Racak-Leichen. J.Elsässer: "Nach Auswertung der
Protokolle steht fest: Es gab keine Hinrichtungen, es gab keine
Verstümmelungen, es gab keine Schüsse aus extremer Nahdistanz.
Als unbewiesen muss ab sofort gelten, dass die Toten Zivilisten
waren und dass sie alle in Racak getötet wurden. Damit ist
der Behauptung eines "Massakers" die Grundlage entzogen."
Das Ziel der UCK-Kämpfer war und blieb eine Abtrennung von
Serbien und die Unabhängigkeit der Provinz. Welches Ziel
verfolgte aber Washington? Es ging ihm um den Sturz des Milosevic-Regimes,
welches den Rest des Ostblockssystems dastellte. Dabei war es
beiden Seiten egal, ob dabei auch Menschen umkamen. Washington
wollte unter allen Umständen einen Systemwechsel erzwingen.
Für die serbische Seite war ein Erhalt des Staates Jugoslawien
das wichtigste Ziel, sowie die sicherheitspolitische Garantie
für die Serben im Kosovo.
In einer Dokumentation zweier ARD-Autoren vom 08.02.2001 "Es
begann mit einer Lüge" erklärte die Leiterin des
finnischen Ärzteteams, dass die Berichte über die Ermordung
von 23 Albanern in Racak manipuliert worden seien, um die Militäraktion
zu rechtfertigen (FR vom 15.02.2002).
Da der Angriff auf Serbien schon Monate im voraus geplant worden
war, hat das angebliche Massaker von Racak möglicherweise
als Vorwand der NATO für den Krieg gedient, so wird es jedenfalls
behauptet.
Folgt man den Äußerungen zum "Massaker von Racak",
wie die des wissenschaftlichen Direktors des Instituts für
Friedensforschung an der Universität Hamburg, Dieter S. Lutz
in seinem Beitrag: "Völkermord, Moral und Unabwendbarkeit
von Kriegen am Beispiel Kosovo" (J. M. Becker, G. Brücher:
"Der Jugoslawienkrieg – eine Zwischenbilanz), so ist
Zweifel an der alleinigen Schuld der Serben am Geschehen im Kosovo
mehr als berechtigt. Dieter S. Lutz schreibt: "Gehört
zu den schmutzigen Geheimnissen auch das " Massaker von Racak",
das als Genozidbeweis benutzt angelich oder tatsächlich den
Ausschlag für das Angreifen der NATO gegeben haben soll?
Warum haben weder die in Racak anwesenden Jurnalisten noch die
OSZE-Beobachter am 15.01.1999, dem Tag des Geschehens, ein Massaker
bemerkt? Warum ging die OSZE intern von einer Inzenierung aus?
Warum vor allem wird die Gesamtexpertise des von der EU-Beauftragten
finnischen Pathologen-Teams, die als Obduktionsbericht ebenfalls
keine militärischen Geheimnisse enthalten kann, von der deutschen
EU-Ratspräsitenschaft unter Verschluß gehalten?"
Das Bild vom Kosovo-Konflikt wäre gar nicht komplett, ohne
die hervorragende Analyse von Heinz Loquai (Heinz Loquai: "Der
Kosovo-Konflikt-Wege in einen vermeidbaren Krieg"). Er war
seinerzeit zuständiger deutscher General bei der OSZE in
Wien. In seinem Buc
h schreibt er: "Wie kein anderes einzelnes
Ereignis hat das "Massaker" von Racak den weiteren Fortgang
des Kosovo-Konflikts beinflußt und den Weg zum Krieg gegen
die BRJ geebnet. (...) " Um 13.00 Uhr kam der Leiter der
KVM, Botschafter Walker, (...). Nach der Ortsbesichtigung gab
Walker in Pristina eine Pressekonferenz. Er drückte sein
Entsetzen aus, (...) Walker sprach von einem Massaker und einem
Verbrechen gegen die Menschlichkeit und machte hierfür die
Sicherheitskräfte der serbischen Regierung verantwortlich".
Loquai stellt Fragen: " Die OSZE-Verifikateure trafen am
15.01.1999 nachmittags vor Ort ein, entdeckten aber offenbar nicht
das ganze Ausmaß des angerichteten Blutbades. Wie war das
möglich, obwohl ja die Toten am nächsten Tag in oder
in unmittelbarer Nähe des Ortes gefunden worden? Die Sicherheitskräfte
haben sich am 15.01. nachmittags wieder zurückgezogen. Sie
hatten offenbar nichts unternommen, das Massaker zu verbergen?
Welche Partei hatte ein Motiv, ein "Massaker" zu begehen
oder darzustellen? (...) Um wen handelte es sich bei den vor Eintreffen
der OSZE abtransportierten Toten?" Weiterhin: "Eine
objektive Betrachtung kann nicht umhin, das Verhalten des Leiters
der KVM als unangemessen und außerhalb aller normalen Regeln
für eine Person mit diplomatischem Status im Gastland zu
bewerten. Er zog mit einer Schar von Journalisten vor Ort, ließ
diese frei schalten, walten und fotografieren und, wie ein Teilnehmer
sagte, die Toten auch mediengerecht positionieren."